3. Es werde Geld!

aus meinen Buch Bitcoin – Geld ohne Staat

Warum das staatliche Geldmonopol schädlich ist

 

„Vater Staat“ schafft Geld aus dem Nichts

Wir haben uns daran gewöhnt, dass Geld von Staaten herausgegeben wird – doch tatsächlich ist Geld auf dem freien Markt entstanden. Ohne Geld wäre eine sinnvolle Arbeitsteilung nicht denkbar. Wenn Menschen mit anderen Menschen Handel treiben wollen, ist direkter Tauschhandel unpraktisch. Nur in dem sehr unwahrscheinlichen Fall, dass ich gerade Eier brauche und Äpfel übrig habe, einen Tauschpartner finde, dem es genau umgekehrt geht, und wir uns dann noch auf die entsprechende Menge Eier pro Apfel (oder Äpfel pro Ei?) einigen können, käme ein Handel zustande.

Als die Menschen noch in kleinen Gruppen zusammenlebten, entwickelte sich daher eine Art informelle Kreditwirtschaft. Man teilte mit dem Nachbarn, und merkte sich die »Schulden«, die man wechselseitig hatte, mit dem Ziel, einander langfristig fair zu behandeln und ungefähr so viel an andere zu geben, wie man selbst bekam. Wer gegen dieses Prinzip verstieß und andere übervorteilte, wurde schnell zum Außenseiter. Doch sobald Menschen aus verschiedenen Dörfern und Stämmen miteinander handelten, funktionierte dieses auf Vertrauen und sozialer Kontrolle basierende System nicht mehr. So begann man, ein Medium zu nutzen, in dem der Wert von Gütern oder Leistungen ausgedrückt werden konnte: das Geld. In nomadischen Gesellschaften war das oft Vieh; auch Pfeilspitzen, Muscheln, Kakaobohnen oder getrocknete Tigerzungen wurden als Geld verwendet.