2. Die Wiener Schule

aus meinen Buch Bitcoin – Geld ohne Staat

Vordenker der freien Marktwirtschaft

 

Ludwig von Mises

Wien hatte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eine sehr viel größere Bedeutung als heute. Es war die Hauptstadt eines Vielvölkerstaates, zu dem die heutigen Staaten Österreich, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina sowie Teile Italiens, Polens, Rumäniens, Serbiens, Montenegros und der Ukraine gehörten. Viele bedeutende Denker, Wissenschaftler und Künstler lebten damals in der Donaumetropole. Auch zur Volkswirtschaftslehre steuerten Wissenschaftler, die an der Universität Wien lehrten, wichtige Beiträge bei.

Als Gründer der Wiener Schule gilt Carl Menger (1840–1921), der 1879 den neu geschaffenen Lehrstuhl für Politische Ökonomie an der Universität Wien übernahm und eine neue Theorie der Preise und Werte schuf. Eine ebenso wichtige Rolle spielte Eugen von Böhm-Bawerk (1851–1914), der zeitweise Ministerposten im österreichischen Kaiserreich bekleidete und später wie Menger an der Universität Wien lehrte. Böhm-Bawerk wurde insbesondere durch seine Arbeiten über die Zins- und Kapitalbildung bekannt, sein Portrait zierte bis 2002 die österreichische 100-Schilling-Note.